Achtung, bissiger Hund

In der letzten Zeit kommen immer wieder Hunde in die Medien, die meist Kinder gebissen haben. Es wird oft von aggressiven, gefährlichen Hunden gesprochen. Aber auch von braven Familenhunden, die plötzlich ausgerastet sind und wo niemand verstehen kann, wie es zum Biss gekommen ist. Was war schuld?

Faktum ist, jeder einzelne Hundebiss ist zu viel. Es stellt sich somit die Frage, was kann unternommen werden, damit es nicht dazu kommt. Interessanterweise passieren 50-75% (je nach zitierter Quelle) in der eigenen Familie. Das Hauptproblem ist oft der falsche Umgang mit den Hunden. Man muss ganz einfach wissen und akzeptieren, dass Hunde entwicklungsgeschichtlich gesehen Jäger sind und damit auch in der Lage sein müssen, ihre Beute zu töten. Viele der Bißverletzungen sind Unfälle, die meist vermeidbar gewesen wären. Über die lange Geschichte der Hunde wurden viele Rassen gezüchtet und man sollte dringend darüber nachdenken, ob jeder Rasse als Familienhund geeignet ist; ab und zu habe ich das schon heftige Zweifel.

Zwei lösbare Probleme sind die Hauptursachen vieler Hundebisse

Erstens können zahlreiche Hundebesitzer ihre Tiere schlecht kontrollieren (mangelnder Gehorsam) und einschätzen (mein Hund hat noch nie etwas getan) und respektieren auch nicht, dass es Menschen gibt, die Hunde ganz einfach fürchten. Im letzten Fall müssen die Tiere selbstverständlich angeleint werden.

Zweitens haben speziell viele Kinder (und in weiterer Folge dann die Erwachsenen) nie richtig gelernt, wie man sich Hunden gegenüber richtig benimmt und was man speziell bei frei laufenden Hunden beachten muss. Hier wären die Gemeinden gut beraten, würden sie mit ortsansässigen TieräztenInnen aufklärend in die Volksschulen gehen.

Das Erlassen von gemeindeweiten Leinenzwängen ist als Alibihandlung zu werten und keine Lösung gegen Hundebisse. Leinenzwang im Siedlungsgebiet ja, in der freien Natur ist er abzulehnen (Tierschutz). Verordnungen sind aber auch nur dann sinnvoll, wenn sie kontrolliert werden. Des weiteren sollten verhaltensauffällige Hunde spätestens (?) nach der zweiten Bißverletzung einem Tierarzt vorgestellt werden müssen.

© sonya etchison - Fotolia.com

Damit Menschen und Tiere voneinander profitieren können, müssen einige wenige Regeln beachtet werden, denn es gibt nichts Schöneres für Kinder, als mit Haustieren aufzuwachsen!

Die Broschüre Tapsi, komm
ist für Kinder ab 4 Jahren geeignet.

Download: Tapsi, komm …

Die Broschüre zeigt auf einfache Weise in gut bebilderter Form den richtigen Umgang mit Hunden und wie man mögliche Probleme erkennen und vermeiden kann.

Tapsi, komm …
wird vom Schweizer Bundesdamt für Veterinärwesen gratis zur Verfügung gestellt. Das Kopieren und Verteilen dieses geschützten Dokuments ist erwünscht.

Broschüre:
Ich habe Angst vor Hunden

Download: HIER >

Sie kennen vermutlich das Szenario: Beim Spazierengehen im Park oder auf einem Waldweg kommt ihnen ein freilaufender Hund entgegen, vom Besitzer weit und breit keine Spur.

Obwohl die meisten Hunde nicht aggressiv sind, hilft Ihnen das in der gegebenen Situation nicht wirklich weiter.

Was ist zu tun? In der downloadbaren Broschüre finden Sie Tips, die Ihnen helfen können, in derartigen Situationen richtig zu handeln!

One thought on “Achtung, bissiger Hund

  1. lieber herr dr.traintinger,
    schön, dass wenigstens ein tierarzt in salzburg stellung zu diesem wichtigen thema nimmt.

    aus erfahrung unserer kollegen aus deutschland, wo man bis vor ein paar jahren auch auf politschen druck tierärzte eingeteilt hat hunde lesen zu müssen, wissen wir dass es schief gegangen ist.

    im benachbartem bayern gibt es seit jahren 44 gerichtlich beeidete sachverständige für gefährliche hunde, die ausgebucht sind.

    wir verstehen nicht, warum das in österreich nicht andiskutiert wird.

    jede der 118 salzburger gemeinden bedient sich jährlich hunderter gerichtlich beeideter sachverständiger für jeden noch so kleinen tam-tam.

    mfg manfred g.ehgartner

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