Achtung Giftköder!

GIFT_DSCN9360_350In den letzten Monaten hat man immer wieder von Vergiftungsfällen von Hunden im Bereich Oberndorf an der Salzach und Laufen gehört. In unserer Praxis sind uns 2 Fälle bekannt, die eine Vergiftung mit Gerinnungshemmern, wie sie auch in Rattengiften enthalten sind, nicht überlebten.

Das Problem bei Vergiftungen ist die Vielfalt der Giftstoffe. Es gäbe zwar in vielen Fällen Antidote, die aber, abgesehen von wenigen Ausnahmen (z.B. Rattengift), meist nicht verfügbar sind. Es ist auch nur bei CSI im Fernsehen so einfach, bei einer Blutuntersuchung den Wirkstoff zu finden. Das heißt, in der Regel ist man auf die symptomatische Behandlung einer Vergiftung angewiesen.

RATTENGIFT UND ÄHNLICHE SUBSTANZEN

Aktuell dürfte es sich um eine Vergiftung mit einem Gerinnungshemmer (Blutverdünner) handeln. Beim ersten Fall wurde das Gift im Labor nachgewiesen, im zweiten Fall waren die klinischen Symptome sowie die Blutuntersuchung in unserem Praxislabor eindeutig. Für dieses Gift gibt es zwar ein Gegengift, das wir auch sofort verabreicht haben, es war allerdings schon zu spät. Die modernen Gifte wirken nicht sofort, erste Symptome sieht man frühestens nach 2-3 Tagen. Das heißt für die Behandlung, Gift ausleitende Maßnahmen funktionieren nicht mehr, da bereits alles vom Körper aufgenommen wurde. Die Prognose ist von der aufgenommenen Menge und der Art der Giftzubereitung abhängig.

Spätestens am 5. Tag nach der Giftaufnahme stehen folgende Symptome im Vordergrund: Schwäche, Spontanblutungen aus den Körperöffnungen, kleinste Verletzungen (Nadelstiche) führen zu umfangreichen Blutergüssen, stinkender Mundgeruch nach Zahnfleischblutungen, Bluterbrechen, schwarzer, teerartiger Kot, hochgradige Atemnot.

In vielen Fällen kann geholfen werden, leider nicht immer. Die Chancen stehen besser, wenn der Tierarzt weiß, um welches Gift es sich handelt; die gängigen Antidote sind in fast jeder Praxis vorrätig. Einige Praxen bieten auch Bluttransfusionen an. Ein Problem ist, dass speziell die Rattengifte sehr schmackhaft sind, sonst würden sie die Tiere ja nicht aufnehmen.

BLUTTRANSFUSIONEN KÖNNEN LEBEN RETTEN

Bluttransfusionen funktionieren bei Hunden verhältnismäßig einfach, es gibt nur fast keine vorrätigen Blutkonserven, da sie nur sehr kurze Zeit haltbar sind. Einige Praxen und Kliniken unterhalten einen Blutspenderpool, das heißt, innerhalb kurzer Zeit kann eine Blutspende eines Blutspenderhundes organisiert werden. Blutspenderhunde sollten gesund, über 20 kg schwer und maximal 8 Jahre alt sein.

IHR HUND KANN HELFEN

Wir in unserer Praxis sind gerade dabei, einen Pool mit Blutspenderhunden für den Notfall aufzubauen. Bei Interesse bitte bei uns melden! Infos zum Blutspenden finden Sie auch HIER>

DIE BEIDEN VERGIFTUNGSOPFER

Bobby

Anfang Juli 2014

Bobby hat es nicht geschafft! Der 6-jährige Havaneserrüde aus Laufen/ Obb. wurde Woche vergiftet und hat die Zeit bis zur lebensrettenden Bluttransfusion trotz intensiver Betreung nicht mehr erlebt. Bis gestern abend war der kleine Kerl putzmunter, heute in den frühen Morgenstunden hat er begonnen, teerfarbenen schwarzen Kot abzusetzen. Die Besitzerin meinte, er hätte vor etwa 2 Tagen beim Spazierengehen Gras gefressen, es dürfte sich aber offensichtlich doch um einen Giftköder gehandelt haben.

roger_600a

Mitte März 2014

Roger hat die Vergiftung leider nicht überlebt. Er hat einen Blutverdünner (wahrscheinlich Rattengift) gefressen und wurde mehrere Tage danach krank. Trotz Verabreichung eines Gegengiftes kam jeder Hilfe zu spät. In seinem Fall wurde die Vergiftung mit einem Blutverdünner im Labor nachgewiesen.

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